Wer auf meiner Website landet, fragt sich oft zuerst:
Warum macht sie eigentlich so viele unterschiedliche Dinge?
Hier gibt es Ideen für Kindergeburtstage, DIY-Projekte, Erinnerungsschmuck, kreative Produkte, Workbooks – und jetzt auch Texte über Mamasein, ADHS und Neurodivergenz.
Auf den ersten Blick wirkt das wie eine bunte Mischung. Lange habe ich selbst geglaubt, genau das sei mein Problem. Ich habe mich gefragt, warum ich mich nicht einfach auf ein Thema festlegen kann. Warum mein Kopf ständig neue Ideen produziert. Warum ich nie nur bei einer Sache bleibe, sondern gedanklich schon wieder drei Schritte weiter bin.
Heute sehe ich das anders.
Meine Website hat nicht zu viele Themen. Sie zeigt ziemlich ehrlich, wie mein Kopf funktioniert. Nicht gradlinig, nicht geschniegelt und nicht perfekt sortiert in eine kleine Business-Schublade.
Sondern: vollbunt.
Sobald man ein eigenes Projekt oder Business aufbaut, hört man irgendwann denselben Rat:
„Du musst dich klar positionieren.“
Ein Thema. Eine Zielgruppe. Ein Produkt. Eine Lösung.
Ich verstehe, warum das gesagt wird. Ich habe selbst mehrere Ausbildungen und Weiterbildungen im Marketingbereich gemacht. Ich kenne die Regeln. Ich weiß, wie Positionierung funktioniert, wie Zielgruppen definiert werden und wie wichtig Klarheit im Marketing ist.
Meine Zielgruppe war für mich sogar ziemlich schnell klar:
kreative Mamas, die im Alltag oft überrollt werden, ihre Farbe verloren haben und wieder mehr zu sich selbst, zu ihrer Kreativität und ihren Stärken finden möchten.
Das Problem war nie die Zielgruppe.
Das Problem war die Frage nach dem einen Produkt. Dem einen Thema. Der einen klaren Richtung.
Genau darum bin ich jahrelang gekreist. Nicht, weil ich nichts umsetzen wollte. Nicht, weil ich unfähig gewesen wäre. Sondern weil sich dieses glatte, enge Konzept für mich nie echt angefühlt hat.
Sobald ich dachte, jetzt habe ich es gefunden, kam schon die nächste Idee. Die nächste Verbindung. Der nächste kreative Funke. Das nächste Thema, das genauso sehr zu mir gehörte.
Früher habe ich das als Schwäche gesehen. Heute weiß ich: Meine Vielseitigkeit ist kein Fehler. Sie ist ein Teil von mir.
Manche Menschen denken wie eine gerade Straße: Schritt für Schritt, Thema für Thema, Projekt für Projekt.
Mein Kopf fühlt sich eher an wie ein bunter Marktplatz voller Ideen.
Da entsteht gleichzeitig eine Bastelidee für Kinder, ein Gedanke für ein Workbook, eine Schmuckidee, ein emotionales Erinnerungsstück und eine Inspiration für einen Blogartikel. Während ich noch versuche, einen Gedanken festzuhalten, klopfen die nächsten schon an.
Lange habe ich mich gefragt, warum ich mich nicht einfach auf eine Sache konzentrieren kann wie andere. Warum bei anderen scheinbar alles klarer wirkt, während mein Kopf ständig neue Richtungen entdeckt.
Heute weiß ich: Genau diese Art zu denken ist auch die Quelle meiner Kreativität.
Viele Menschen mit ADHS oder allgemein mit Neurodivergenz erleben ihr Denken nicht linear. Es entstehen schnelle Verknüpfungen, neue Ideen, starke Impulse und intensive Wahrnehmungen. Was im Alltag anstrengend sein kann, ist gleichzeitig oft die Grundlage für Kreativität, Empathie und ungewöhnliche Lösungswege.
Das Problem war also nie nur mein Kopf. Das Problem war oft der Versuch, ihn in ein System zu pressen, das nicht zu ihm passt.
Der Name vollbunt kommt übrigens nicht aus einem Marketing-Workshop. Er kommt aus meiner Kindheit.
Meine Eltern haben mich so genannt, weil ich schon damals ein Talent dafür hatte, überall vollbuntes Chaos zu hinterlassen. Wenn ich malen wollte, dann sofort. Ideen mussten einfach raus – egal ob gerade Papier zur Hand war oder nicht. Also lief ich auch mal mit Pinsel durch die Wohnung, mit entsprechend kreativen Spuren an Orten, die dafür eigentlich nicht gedacht waren.
Meine Socken passten selten zusammen, meine Kleidung oft auch nicht. Kariert mit gestreift? Warum nicht. Farben durften sich bei mir schon immer einfach begegnen.
Geduld hatte ich dabei durchaus – nur nicht für alles. Wenn mich etwas wirklich begeistert, kann ich stundenlang darin versinken. Ich kann mich komplett in meine Website vertiefen, neue Ideen ausprobieren oder mich in die Schmuckherstellung verlieren, solange etwas Neues entsteht. Dann vergesse ich die Zeit.
Aber Dinge, die sich für mich leer oder sinnlos anfühlen, verlieren schnell meine Aufmerksamkeit.
Was früher einfach chaotisch wirkte, verstehe ich heute anders. Es war nie nur Unordnung – es war Neugier, Kreativität und der Wunsch, Dinge auszuprobieren.
vollbunt war nie nur ein Spitzname. Es war schon immer meine Art, die Welt zu sehen.
Schon als Kind hatte ich ständig neue Ideen. Ich wollte bauen, malen, basteln, nähen, schreiben, ausprobieren. Es gab immer etwas, das gerade spannender war als das davor.
Die Schwierigkeit war nur: Viele kreative Dinge brauchen Zeit. Und genau das war oft mein Knackpunkt. Nicht, weil ich das Interesse verloren hätte – sondern weil in meinem Kopf längst schon die nächste Idee wartete.
Damals konnte ich das nicht einordnen. Heute würde man sagen: Vieles davon ist typisch für ein ADHS-Gehirn. Ein Kopf, der schnell denkt, ständig neue Verbindungen sieht und selten wirklich still ist.
Was ich früher als Unruhe oder fehlende Konsequenz bewertet habe, ergibt heute plötzlich Sinn.
Als ich Mama wurde, hat sich mein Leben komplett verändert. Zu den vielen Ideen kamen plötzlich Verantwortung, Mental Load, Reizüberflutung, Organisation, Alltagschaos und das Gefühl, ständig für alles zuständig zu sein.
Und irgendwann stand eine Frage im Raum, die mich bis heute begleitet:
Ist das, was ich erlebe, einfach normales Mamasein? Oder steckt mehr dahinter?
Denn natürlich ist der Alltag mit Kindern fordernd. Kinder bringen Lautstärke, Termine, Unordnung und emotionale Dauerpräsenz mit sich. Gleichzeitig gibt es Momente, in denen ich spüre, dass es nicht nur am Mamasein liegt. Wenn Struktur nicht einfach schwerfällt, sondern sich regelrecht entzieht. Wenn Prioritäten setzen unglaublich viel Kraft kostet. Wenn mein Kopf gleichzeitig überfüllt und trotzdem ungreifbar ist.
Gerade bei Frauen bleibt ADHS oft lange unerkannt. Viele funktionieren nach außen gut, fallen in Schule oder Beruf kaum auf und entwickeln Strategien, um irgendwie mitzuhalten. Erst mit Kindern, mehr Verantwortung und steigender mentaler Belastung geraten diese Strategien ins Wanken.
Genau deshalb ist die Frage „Mama oder ADHS?“ für viele Frauen so wichtig. Denn oft geht es nicht um ein Entweder-oder. Oft ist es eine Mischung aus beidem: dem fordernden Alltag im Mamasein und einer eigenen neurodivergenten Art zu denken, zu fühlen und zu funktionieren.
Bevor ich mich intensiver mit ADHS beschäftigt habe, war ich selbst nie besonders auffällig. Mein Lebenslauf wirkte eher unverdächtig: Schule, Abitur, Ausbildung, Auslandsaufenthalt, Studium. Von außen betrachtet ziemlich geradlinig.
Trotzdem war da oft dieses diffuse Gefühl, nicht ganz an meinem Platz zu sein. Nicht genau zu wissen, was ich wirklich will. Also habe ich mich häufig angepasst, Erwartungen erfüllt und Dinge getan, die vernünftig wirkten, aber nicht immer wirklich meine waren.
Mit meiner Tochter hat sich mein Blick verändert. Während wir begannen, ihre Themen besser zu verstehen, tauchte irgendwann auch die Frage nach ADHS auf. Es folgten Gespräche, Diagnosen, Arzttermine und viel Recherche.
Und während ich las, verstand ich plötzlich nicht nur sie besser. Ich begann auch, mich selbst in vielem wiederzuerkennen.
Das war ein wichtiger Moment. Denn plötzlich waren viele Dinge nicht mehr einfach nur chaotisch, anstrengend oder unlogisch. Sie bekamen einen Zusammenhang.
Viele Mütter stellen sich im Stillen ähnliche Fragen:
Warum ist mein Kopf ständig so voll?
Warum wirken andere besser organisiert?
Warum habe ich tausend Ideen und verliere mich trotzdem im Alltag?
Warum bin ich gleichzeitig kreativ, empathisch und schnell überfordert?
Über diese Fragen wird noch immer zu wenig gesprochen.
Stattdessen hören viele Frauen, sie müssten sich einfach besser organisieren, klarer priorisieren oder sich mehr zusammenreißen. Doch genau das greift oft zu kurz. Denn Neurodivergenz zeigt sich bei Frauen häufig anders, leiser und weniger offensichtlich, als viele es erwarten.
Gerade im Mamasein fallen dann Dinge auf, die vorher irgendwie kompensiert werden konnten. Der Alltag wird dichter, lauter und anspruchsvoller – und plötzlich reichen die alten Strategien nicht mehr aus.
Deshalb braucht es mehr ehrliche Gespräche über ADHS bei Müttern, über Mental Load, Reizüberflutung, kreative Denkweisen und die Frage, wie sich neurodivergente Frauen im Familienalltag wirklich fühlen.
Meine Kindergeburtstags-Bundles sind genau aus diesem vollbunten Denken heraus entstanden.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass viele Eltern vor demselben Problem stehen: Sie möchten ihren Kindern einen besonderen Geburtstag ermöglichen, haben im Alltag aber kaum Zeit, stundenlang nach Spielen, Deko und kreativen Ideen zu suchen.
Bei mir ist es oft umgekehrt. Ideen sind selten Mangelware. Meist sind eher zu viele da.
Also habe ich angefangen, sie zu sammeln, zu strukturieren und daraus etwas zu machen, das anderen Familien hilft. So entstanden meine Bundles: aus Kreativität, Alltagserfahrung und dem Wunsch, etwas Schönes und Praktisches miteinander zu verbinden.
Ein weiterer wichtiger Bereich auf meiner Seite ist der Erinnerungsschmuck.
Dabei geht es für mich nicht nur um Schmuck. Es geht um Emotionen, um Verbundenheit und um Erinnerungen, die wir nicht einfach loslassen können.
Viele Menschen mit ADHS erleben Gefühle intensiv. Momente, Beziehungen und Erinnerungen prägen sich oft tief ein. Genau deshalb berührt mich Erinnerungsschmuck so sehr. Er macht etwas sichtbar, das sonst kaum greifbar ist: einen Moment, eine Verbindung, ein Gefühl.
Ein Haar, ein Stoffstück, eine Blüte oder Muttermilch wird zu etwas Bleibendem. Zu einem kleinen Stück Erinnerung, das man bei sich tragen kann.
Für mich ist das eine besondere Form von Kreativität – weil sie nicht nur etwas Schönes erschafft, sondern Gefühle sichtbar macht.
Gerade im Mamasein – und oft ganz besonders bei Frauen mit ADHS oder anderer Neurodivergenz – geht im Alltag schnell etwas verloren: der Blick für die eigenen Stärken.
Stattdessen bleibt häufig das Gefühl, nicht genug zu schaffen, nicht gut genug organisiert zu sein oder den eigenen Ansprüchen ständig hinterherzulaufen.
Deshalb habe ich angefangen, Workbooks zu entwickeln.
Nicht, um Menschen zu optimieren. Nicht, um ADHS zu reparieren. Sondern um einen Raum zu schaffen, in dem Mamas ihren Kopf besser verstehen, ihre Stärken wieder sehen und freundlicher mit sich selbst umgehen können.
Denn genau das fehlt im Alltag oft am meisten.
Aus all diesen Gedanken entsteht jetzt auch eine neue Blogserie auf meiner Website:
Mama oder ADHS?
In dieser Serie möchte ich über Situationen sprechen, die viele Mütter kennen: über Chaos zuhause, einen Kopf, der nie ganz still ist, über schwierige Routinen, Reizüberflutung, Kreativität, Überforderung und die Frage, warum sich manches gleichzeitig wunderschön und unglaublich anstrengend anfühlt.
Mir ist dabei besonders wichtig, ADHS nicht nur als Defizit zu betrachten. Denn ein neurodivergenter Kopf bringt nicht nur Herausforderungen mit sich, sondern oft auch besondere Stärken: Kreativität, Ideenreichtum, Empathie, Spontaneität, Begeisterungsfähigkeit und ungewöhnliche Lösungswege.
Gerade im Mamasein können diese Eigenschaften etwas sehr Wertvolles sein.
Wenn du das hier liest und dich in manchen Gedanken wiederfindest, dann bist du nicht falsch. Nicht zu viel. Nicht zu chaotisch.
Dein Kopf funktioniert womöglich einfach anders.
Mit mehr Gedanken. Mehr Ideen. Mehr Emotionen. Mehr Farben.
Und dann ist dein Leben nicht weniger richtig als das anderer. Es ist nur nicht glatt, grau und geradlinig.
Sondern eben: vollbunt.
Wenn man meine Website anschaut, könnte man denken: Was hat das alles eigentlich miteinander zu tun?
Erinnerungsschmuck. Kindergeburtstage. DIY-Ideen. Workbooks. Blogartikel über Mamasein und ADHS.
Für mich gehört das alles zusammen.
Denn all diese Dinge haben denselben Ursprung: meine Art zu denken, zu fühlen und zu erschaffen.
Der gleiche Kopf, der im Alltag manchmal chaotisch wirkt, entwickelt kreative Ideen. Daraus entstehen Kindergeburtstags-Bundles, emotionale Schmuckstücke, kreative Produkte und Texte über ADHS, Neurodivergenz und Mamasein.
Früher dachte ich, diese Vielseitigkeit sei ein Problem. Heute sehe ich darin etwas anderes: Echtheit.
Meine Website ist nicht unklar. Sie ist ehrlich. Sie spiegelt wider, dass nicht alles im Leben sauber getrennt werden kann – vor allem dann nicht, wenn man kreativ denkt und neurodivergent fühlt.