10 kreative Übungen, die deinen Kopf und dein Herz entlasten

kleine kreative Anker für Mamas mit ADHS und übervollem Nervensystem

Es gibt diese Tage, an denen dein Kopf nicht einfach nur voll ist. Er ist laut. Gedanken springen. To-dos schreien. Emotionen liegen schwer auf dem Herzen. Und irgendwo dazwischen versuchst du, einfach nur zu funktionieren. Gerade als Mama – und besonders mit ADHS oder einem sehr sensiblen Nervensystem – fühlt sich der Alltag manchmal an wie zwanzig offene Tabs gleichzeitig. Genau für solche Tage liebe ich kreative Mini-Übungen. Nicht, weil sie „alles lösen“. Sondern weil sie etwas unglaublich Wertvolles tun: Sie holen dich aus dem Kopf zurück in deinen Körper. Aus dem Funktionieren zurück ins Fühlen. Aus dem Chaos zurück zu dir.

Hier sind 10 kreative Übungen aus meinem Kreativbuch, die deinen Kopf und dein Herz entlasten können.

Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht wie eine bunte Mischung. Lange habe ich selbst genau das gedacht. Ich habe mich gefragt, warum ich mich nicht einfach auf ein Thema festlegen kann. Warum mein Kopf ständig neue Ideen produziert. Warum ich nie nur bei einer Sache bleibe, sondern innerlich oft schon wieder drei Schritte weiter bin.

Ich dachte lange, genau das sei mein Problem. Heute sehe ich es anders.

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1. Zentangeln – wenn dein Kopf endlich leiser werden darf

Manchmal braucht dein Gehirn keine Analyse. Es braucht Wiederholung. Linien. Punkte. Wellen. Kleine Muster. Beim Zentangeln füllst du einzelne Felder mit sich wiederholenden Formen. Genau diese Wiederholung wirkt unglaublich beruhigend auf ein übervolles Nervensystem.  Es ist fast wie Meditation – nur in ADHS-freundlich. Die Hände sind beschäftigt. Der Kopf darf langsam runterfahren. Gerade wenn du gedanklich rast, ist diese Übung oft ein echter Reset.

2. Achtsames Doodlen – ohne Ziel, aber mit Wirkung

Diese Übung liebe ich besonders. Keine Regeln. Kein Anspruch. Kein „schön machen“. Einfach Kringel, Spiralen, kleine Blätter, Linien und Punkte aufs Papier fließen lassen. Doodlen wirkt oft entlastend, weil dein Kopf nichts leisten muss. Du darfst einfach machen. Gerade für kreative Mamas mit ADHS ist das oft genau der richtige Zugang.

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3. 5 Minuten Farben fühlen

Farben können unglaublich viel in uns auslösen. Wärme. Ruhe. Leichtigkeit. Klarheit. In dieser Übung wählst du bewusst nur eine Farbe und malst fünf Minuten ausschließlich mit ihr.  Nicht gegenständlich. Einfach Flächen. Kreise. Linien. Muster. Diese Begrenzung wirkt oft beruhigend, weil sie Entscheidungsmüdigkeit reduziert. Weniger denken. Mehr fühlen.

4. Schatten und Licht – wenn Gefühle sichtbar werden

Es gibt Tage, an denen alles schwer ist. Und genau dann hilft manchmal kein positives Denken. Sondern Ehrlichkeit. Diese Übung teilt einen Kreis in zwei Hälften:

Was ist heute schwer? Was gibt mir heute Licht?

Ich liebe diese Übung, weil sie Gefühle nicht wegdrückt. Sie gibt auch dem Schweren Raum. Und gleichzeitig erinnert sie daran, dass selbst an schwierigen Tagen Licht da sein darf.

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5. Gedanken-Box – alles raus aus dem Kopf

Kennst du dieses Gefühl von 100 offenen Gedanken gleichzeitig? Dann ist diese Übung Gold wert. Male oder schreibe alles ungefiltert in eine Box. Chaotisch. Durcheinander.
Unsortiert.
Genau so, wie es sich im Kopf anfühlt. Der Effekt ist oft sofort spürbar: Sobald Gedanken sichtbar werden, verlieren sie ein Stück ihrer Macht.

6. Atem-Wellen – zeichnen im Rhythmus

Diese Übung verbindet Atmung und Kreativität auf eine wunderschöne Weise. Beim Ausatmen zeichnest du eine weiche Wellenlinie. Beim Einatmen setzt du einen Punkt.

Atmen. Zeichnen. Atmen. Zeichnen.

Gerade wenn dein Nervensystem hochfährt, bringt diese rhythmische Bewegung oft schnelle Entlastung.

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7. Der sichere Ort – ein Bild für innere Ruhe

Eine meiner liebsten Übungen für emotionale Überforderung. Male einen Ort, an dem du dich sicher fühlst.  Vielleicht ist es ein Wald. Ein Strand. Ein Sofa mit Decke. Ein Fantasieort. Dieser Ort wird zu einem inneren Anker. Etwas, das du auch mental immer wieder aufrufen kannst.

8. Die Hand deiner Stärken

Gerade Mamas mit ADHS sehen oft zuerst ihre vermeintlichen Schwächen. Diese Übung dreht den Blick bewusst um. Male deine Hand auf ein Blatt und schreibe in jeden Finger eine Stärke von dir. Zum Beispiel: kreativ, empathisch, intuitiv, mutig, ideenreich. Diese Übung kann unglaublich heilsam sein.

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9. Der Lebensbaum – wo stehst du gerade?

Diese Übung ist wunderschön für Selbstreflexion. Male dich als Baum in einer Jahreszeit.

Frühling. Sommer. Herbst. Winter.

Jede Jahreszeit steht für eine innere Phase.

Neubeginn. Kraft. Loslassen. Rückzug.

Oft wird dadurch plötzlich sichtbar, wo du emotional gerade wirklich stehst.

10. Dein Lebensbuch-Cover

Stell dir vor, dein Leben wäre ein Buch. Wie würde das Cover aussehen? Welche Farben? Welche Symbole? Welcher Titel?  Diese Übung hilft unglaublich dabei, deinen roten Faden zu erkennen. Gerade wenn du das Gefühl hast, alles sei chaotisch.

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Warum kreative Übungen so entlastend wirken

Kreativität beruhigt das Nervensystem oft deshalb so stark, weil dein Gehirn beschäftigt ist – aber nicht überfordert wird. Es gibt Struktur. Ohne Druck. Raum. Ohne Perfektion. Gefühl. Ohne Worte. Und manchmal ist genau das die größte Entlastung. Entdecke noch weitere Übungen in meinem Kreativbuch.

Fazit

Du musst nicht alles lösen. Manchmal reicht es, für fünf Minuten eine Linie zu zeichnen. Eine Farbe zu fühlen. Einen Gedanken aufs Papier zu bringen. Kreativität ist kein Luxus. Sie kann ein echter Anker für dein Herz und dein Nervensystem sein.